Glasinspektion und Qualitätskontrolle mittels industrieller CT-Scans
Die Inspektion transparenter Objekte wie Glasbecher, medizinische Fläschchen und Kosmetikflaschen stellt eine besondere Herausforderung für die traditionelle Messtechnik dar. Da Glas einen anderen Brechungsindex als Luft hat, wird das Licht beim Durchgang durch das Material gebrochen und verzerrt. Dies erschwert es optischen Messmaschinen, genaue Daten zu erfassen, oder führt sogar dazu, dass sie gänzlich versagen.
Die Herausforderung der Transparenz
In einem optischen System ist ein Glasobjekt aufgrund von Beugung nahezu „unsichtbar“ oder erzeugt „Geisterbilder“. Um dies zu umgehen, greifen Techniker oft auf „Tricks“ zurück, wie beispielsweise das Befüllen von Behältern mit speziellen Flüssigkeiten (wie Glyzerin), die dem Brechungsindex des Glases entsprechen. Dieser Prozess ist jedoch:
Unordentlich und zeitaufwendig: Muss befüllt, gereinigt und getrocknet werden.
Unpraktisch: In einer schnelllebigen Produktionsumgebung schwer umsetzbar.
Eingeschränkt: Ermöglicht keine Messung komplexer Innenradien oder Wanddickenabweichungen.
Der Vorteil der CT-Untersuchung
Die industrielle Computertomographie (CT) basiert nicht auf Licht. Stattdessen werden Röntgenstrahlen verwendet, um das Material zu durchdringen, was sie zur perfekten Lösung für die Bereiche Medizin, Kosmetik sowie Lebensmittel und Getränke macht. Ob es sich um einen Glasbecher, eine Arzneimittelflasche oder einen Parfümflakon handelt – die CT-Untersuchung ermöglicht:
Präzise Wandstärke: Erfassen Sie die gesamte Dicke des Glases, um die strukturelle Integrität sicherzustellen.
Innengeometrie: Überprüfen Sie Innenradien und -durchmesser, die mit Tastsonden nicht erreichbar sind.
Zerstörungsfreie Prüfung: Das Objekt muss weder zerbrochen noch mit Flüssigkeiten gefüllt werden.
Vollständige Sichtbarkeit: Überprüfung des Inhalts einer versiegelten Ampulle oder Flasche, ohne diese zu öffnen.
| Funktion | Optische Koordinatenmessmaschine (Vision) | Kontakt CMM (Tastsystem) | Computertomographie (CT) |
| Umgang mit Transparenz | Schlecht: Refraktion und Beugung verursachen hohe Fehler. | Gut: Körperlicher Kontakt ignoriert Transparenz. | Ausgezeichnet: Röntgenstrahlen werden durch optische Brechung nicht beeinflusst. |
| Interne Geometrien | Sehr schwierig: Durch Reflexionen blockiert. | Begrenzt: Durch die Größe/Reichweite der Sonde eingeschränkt. | Gesamt: Vollständige 3D-Erfassung der Innen-/Außenwände. |
| Vorbereitungszeit | Hoch: Möglicherweise sind Flüssigkeiten (Glycerin) oder Sprays erforderlich. | Medium: Erfordert komplexe Befestigungen. | Niedrig: Minimaler Einrichtungsaufwand; keine „Tricks“ erforderlich. |
| Messgeschwindigkeit | Schnell (wenn es funktioniert), aber unzuverlässig. | Langsam (Punkt für Punkt). | Sehr schnell: Tausende Messungen in einem Scan. |
| Wandstärkenkarte | Nicht möglich. | Auf bestimmte Punkte beschränkt. | Vollständig: Vollständige farbcodierte Dickenkarte. |